Fakhr Ar-Rāzī gilt als einer der wichtigsten und einflussreichsten Scholastiker der aš’aritischen Schule. Seine Bücher und Ausführungen gelten bis heute als wichtige (wenn nicht sogar, als die wichtigsten !) Referenzen dieser Gruppierung. Er ist Autor zahlreicher Bücher insbesondere in der Sparte des sogenannten „’Ilmu“ l-Kalām . Außerdem schrieb er einen Tafsīr.
In diesem Tafsīr deutete er die Ayah in Sūrah Al-A’rāf: 138 in einer Weise, die bei den meisten ašā’iratischen Quburiyyah unserer Zeit wahrscheinlich auf Kritik und Ablehnung treffen würde.
Ar-Rāzī sagte:
„Demnach berichtet Er تعالى über sie, dass sie gesagt haben „Oh Mūsā- mach uns einen Ilāh, so wie sie Ālihah haben.“
Wisse, dass es unmöglich ist, dass jemand mit Verstand zu Mūsā sagte: „mach uns einen Ilāh, so wie sie Ālihah haben” und [somit]einen Bestimmer und Schöpfer. Denn das, was Mūsā ihnen erschaffen könnte, kann weder Schöpfer der Schöpfung noch ihr Bestimmer sein, und wer einen Zweifel darüber hegt, so ist er nicht bei klarem Verstand.
Das Naheliegende ist, dass sie von Mūsā verlangten, ihnen Götzen oder Abbilder festzulegen, deren ’Ibādah sie zur Annäherung an Allāh تعالى nutzen könnten und genau dies erwähnt Allāh تعالى über die Götzendiener, als sie sagten „Wir beten sie nur an, damit sie uns Allāh nahebringen.“
Wenn du das erkannt hast und jemand fragt: „Wieso war denn ihre Aussage Kufr?“,
so sagen wir, dass alle Propheten عليهم السلام der Meinung waren, dass die ’Ibādah neben Allāh تعالى Kufr ist. Dies gilt unabhängig davon, ob man überzeugt ist (اعتقد), dass dieser ein [wahrhaftiger] Ilāh der Schöpfung ist oder man überzeugt ist (اعتقد), dass man sich mit seiner ’Ibādah nur Allāh annähert.“
📔Mafātīhu l-Ghayb (13/350)
〰️〰️〰️〰️〰️〰️〰️〰️
Einige Fawā’id aus dieser Deutung:
- ar-Rāzī erwähnt den prophetischen Konsens, dass die ’Ibādah neben Allāh تعالى Kufr ist.
- ar-Rāzī legt dar, dass der Kufr nicht an die Überzeugung gebunden ist, dass das Angebetete ein Ilāh ist.
- ar-Rāzī stellt fest, dass die ’Ibādah, die zu jemanden neben Allāh gemacht wird, Kufr ist, selbst wenn man damit beabsichtigt Allāh nahe zu kommen.
- ar-Rāzī widerspricht damit vielen heutigen Qubūriyyah, die sich ihm und seinem Glauben zuschreiben.
- ar-Rāzī deutet das Wort „Al-Ilāh“ als Angebeteter (معبود).
Dies negiert jedoch nicht seine grundsätzliche Meinung, dass mit dem Wort „der Fähige etwas Neues zu schaffen“ gemeint ist. Vielmehr sieht er, die Bedeutung des „Angebeteten“ sich als eine daraus ergebende Bedeutung an.




